Mit 50+ ins Glück?

Jeder muss seinen eigenen Weg zum Glück finden. Deshalb halte ich nicht davon, für den hemmungslosen Genuss zu plädieren oder gar ein Aufruf zu verfassen, dass wir 50pluser jetzt alle Zelte abbrechen und alles hinter uns lassen sollten, um ein neues Leben zu beginnen. „Es führen viele Wege nach Rom.“

Glück mit sich allein - bei einem Glas Wein, Sonnenuntergang, guter Aussicht und leckerem Essen.
Glück mit sich allein – bei einem Glas Wein, Sonnenuntergang, guter Aussicht und leckerem Essen.




Für mich persönlich habe ich aber festgestellt, dass für mich der Weg zum Glück und zur Zufriedenheit eng mit drei Punkten verwoben ist.
Ich bin immer noch im Prozess, die drei Punkte für mich zu verinnerlichen. Hierbei ist der Weg sicher das Ziel. Sich auf den Weg zu machen, ist allerdings die Voraussetzung.







Punkt 1: Brich mit familiären, privaten oder beruflichen Wunschvorstellungen.

Pläne beginnen immer dann, wenn das Schicksal lachend vom Stuhl fällt. So oder so ähnlich heißt einer der vielgeteilten Sprüche oder Bonmots in den Sozialen Medien. Ich finde den Spruch ganz gut, weil wir Wunschdenken und Erwartungen oft jahrelang als zentnerschwere Last mit uns herumschleppen.
Sie belasten nicht nur, sondern können auch quälen und uns auffressen.

Deshalb: Machen wir uns frei von Erwartungen, denen wir schon viel zu lange hinterherhecheln. Akzeptieren wir den Ist-Zustand und entspannen wir uns.

Zwanghaft und besessen

Manche unserer Alters- und Geschlechtsgenossen sind so besessen von Erwartungen und Wunschdenken, dass sie geradezu manisch zu oft skrupellosen und unlauteren Mitteln greifen, um die Vorstellungen zu erreichen.

Und ich sage:
Je früher wir uns von dem Druck befreien, umso besser.
Denn: Es ist wie es ist.
Stellen wir uns stattdessen die Frage, ob wir wirklich glücklicher wären und besser leben würden, wenn sich die Erwartungen erfüllten.

Punkt 2: Geben wir dem Leben einen Sinn

Ohja, werden viele von Euch denken, schon wieder einer der von der Sinnhaftigkeit unseres Lebens, der Sinn-Suche und ähnlichen Dingen schreibt.

Entspannt Euch.

Sinn machen auch kleine Dinge. Dazu müssen wir weder nach Tibet ins Kloster gehen oder in Kalkutta Straßenkinder verköstigen.
Ich für mich habe mir eine Maxime oder vielleicht auch ein Lebensmotto gegeben, an dem ich versuche mein Leben auszurichten:
„Mach jeden Tag die Welt ein bisschen besser“.
Was sich erst mal blumig nach Poesie-Album anhört, könnte man auch ganz simpel mit dem Pfadfinder-Vorsatz: „Jeden Tag eine gute Tat!“ gleichsetzen.
Das ist eigentlich ganz einfach.

Handle fair mit deinen Geschäftspartnern, gönne dem Lebens-Partner oder der Lebens-Partnerin Freiräume, handle offen und transparent,
bekomme Eifersucht und Neid in den Griff.

Wie oben beschrieben, hat jeder seine eigene Definition. Aber als Leitlinie hilft diese Ethik durchaus –
und macht glücklicher. Versprochen!

Andere wollen mehr – und das ist gut so.

Andere engagieren sich zum Beispiel für die Armen in der Gesellschaft
oder wollen den Umwelt- und Klimaschutz nicht nur den Jüngeren überlassen.
Das macht durchaus Sinn, denn wir Ü50- oder 50plus-Männer und -Frauen haben den Jüngeren die Suppe eingebrockt, die sie jetzt auslöffeln können.
Ist es nicht fair, statt uns in Häme und Verachtung gegenüber den Gretas dieser Welt zu verfallen, viel eher selbst unseren Beitrag zu leisten?
Mehr als eine kleine Wiedergutmachung dessen, was wir über einige Jahrzehnte selbst zur Situation beigetragen haben, ist es nicht. Aber immerhin.

Für die Gemeinschaft einsetzen

Ich finde es großartig, wenn sich Menschen unabhängig von ihrer politischen Couleur für die Gemeinschaft einsetzen. Die Gesellschaft sind wir, der Staat sind wir – und das was wir daraus machen.
Ganz im Sinne von John F. Kennedys berühmten Zitat: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“
Dann ist auch das unsägliche Geschimpfe auf den Staat, die Regierung und das sogenannte „Schweine-System“ bald Vergangenheit.

Gutes Tun tut gut!

Ich finde, sich zu engagieren und Gutes zu tun, kann sehr sinnstiftend sein. Ich selbst habe einige Zeit aus Überzeugung die Pflege meiner gebrechlichen Mutter übernommen. Ich weiß, als Freiberufler hatte ich mehr Möglichkeiten, mein Leben zu diesem Zweck umzustellen als jemand, der im Job steht. Ich schreibe das lediglich als Beispiel, weil es für mich, auch in meiner persönlichen Entwicklung, sehr sinnstiftend war (und seht anstrengend!).

Punkt 3: Ziele setzen – aber daran nicht verzweifeln

Sich Ziele zu setzen und Träume zu verwirklichen, muss nicht das Gleiche sein. Kann aber.

Der eine 50plus-Mann hat den Traum, mit dem Fahrrad quer durch Asien zu radeln und trainiert fortan dafür. Andere 50plus-Männer träumen von freier Liebe, offenen Beziehungen und ausschweifenden Partys. So gesehen könnte für den einen oder anderen auch der pure Hedonismus ein Ziel sein.
Während der erste eher ein Ziel verfolgt, das mit entsprechender Vorbereitung und Training ambitioniert, aber theoretisch machbar ist, hängt der Traum des anderen von anderen Beteiligten ab, was unter Umständen zu Frustrationen führen kann.

Für mich war es deshalb wichtig, dass ich erkannt habe, dass Ziele und Träume nie abhängig von der Partnerin oder dem Partner, der Familie oder anderen Menschen in unserem Umfeld sein sollten. Denn wir können nur die Verantwortung für uns selbst übernehmen. Alles andere wäre zum Scheitern verurteilt.
Wir haben das Handeln anderer erwachsender Menschen nicht in der Hand (und können unser Glück nicht davon abhängig machen) und müssen (im Normalfall) auch nicht die Verantwortung für deren Handeln übernehmen.

Und was bei mir ebenso wichtig war:

Versuchen wir es erst mal mit kleineren Zielen.

Ich selbst habe zu viele Kilos auf den Rippen und schon seit Jahren plagt mich ein hoher Blutdruck. Also habe ich mir vorgenommen, ab jetzt regelmäßiger zu laufen. Als ich in Vorbereitung eines „Berglaufs“ einmal über 40 km in der Woche lief, habe ich festgestellt, dass der Blutdruck sich von Geisterhand normalisierte und auch der Bauchumfang schrumpfte.

Da ich noch viele Jahre leben will, und das möglichst gesund, habe ich mir jetzt vorgenommen, ein bestimmtes Pensum an Kilometern jede Woche zu laufen.

Die größte Herausforderung dabei? Den Schweinehund zu überwinden.

Das Gute dabei:
Jede Woche kann ich sehen, ob ich mein Ziel erreicht habe oder nicht.
Jede Steigerung oder gar Zielerreichung beschert ein Gefühl der Zufriedenheit und des Glücks.
Es müssen also nicht immer die großen Würfe sein, die große Erfüllung des großen Traums.
Nein, es macht auch glücklich, seine kleinen Ziele zu erreichen.

Für uns 50+-Männer ist das oft nicht einfach.

Wir sind ehrgeizig und erwarten meist viel zu viel von uns selbst. Diesen Ehrgeiz und auch die Ungeduld müssen wir 50plus-Männer in den Griffe bekommen.

Dann klappt es auch mit der Zufriedenheit und dem Glück.
Jeden Tag ein bisschen besser.

Wie ist es bei Euch? Seid Ihr zufrieden? Fühlt Ihr Euch glücklich?

Und was sind Eure Wege zum Glück? Habt Ihr Träume oder Ziele, an denen Ihr arbeitet?


Schreibt mir Eure Gedanken hier unten in den Kommentaren, bei Instagram , VK, Twitter oder bei Facebook.

Bis bald,
Euer 50plus-Mann

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