Verdrängung – Selbstsucht – Misstrauen – Verdummung

Hat die Generation 50 plus versagt?

Corona: Verdrängung – Selbstsucht – Misstrauen – VerdummungHat die Generation 50 plus versagt?
Foto: cerqueiraricardo auf Pixabay

Corona: Verdrängung – Selbstsucht – Misstrauen – Verdummung Hat die Generation 50 plus versagt?

Die höchst subjektive Meinung des 50plus-Manns

Die Corona-Pandemie beschäftigt die Welt. Dabei macht das Virus vor keiner Stadt, keinem Land, keinem Kontinent halt. Nachdem die Bilder aus China und Korea die Weltöffentlichkeit aufgerüttelt haben, ist das Virus nun bei uns, zwischen uns, in uns.
Täglich erhalten wir schlimme und bestürzende Berichte aus Italien und mein Mitgefühl ist bei den italienischen Familien, die ihre Großmütter und -väter, ihre Mütter und ihre Väter, Ihre Brüder und Schwestern und auch Ihre geliebten Kinder verloren haben. Der Zug rollt unaufhaltsam weiter und es macht den Eindruck, dass er nicht zu stoppen ist.

In den letzten Tagen überschlagen sich die Horrormeldungen aus Italien. Über 600 Tote an einem Tag, über 800 Tote am Tag – ein Ende ist ungewiss. Auch aus Spanien und Frankreich, insbesondere dem Grand-Est, unmittelbar an der deutschen Grenze, hat sich die Lage längst zugespitzt.

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Eine einzige menschliche und humanitäre Katastrophe. Doch während uns der jahrelange mörderische Krieg in Syrien und das Hungern in Afrika nur am Rande tangieren, findet die Katastrophe nun direkt vor der Haustüre, bei uns im Land statt.
Bisher sind die Todesraten in Deutschland überschaubar, doch in den Kliniken und den Arztpraxen arbeiten Ärzte und Ärztinnen, Pflegerinnen und Pfleger schon jetzt bis zur Erschöpfung.

Unsere regierenden Politiker in den verschiedenen Bundesländern unternehmen alle Maßnahmen, die notwendig sind, die Bevölkerung zu schützen – und gleichzeitig achten Sie darauf, die Freiheitsrechte des Einzelnen nicht komplett einzuschränken. Das setzt aber voraus, dass alle Solidarität üben, die Appelle ernst nehmen und sich an die Verordnungen halten.


Doch was passiert?

Ein beachtlicher Teil der Bevölkerung hält sich nicht daran. Nicht an Appelle, nicht an Regeln, nicht an Verordnungen. Baumärkte werden geschlossen – nicht aufgrund Verordnungen, sondern wegen Überfüllungen.

Rentner, die eigentliche Risikogruppe, gehen munter weiter einkaufen und drängen sich in Gartenmärkten oder an den Wühltischen der Discounter.

Auf den Plätzen und in den Parks treffen sich Gruppen von zumeist jungen Menschen, die zusammen chillen und zum Teil feiern.

So eskaliert die Situation und früher oder später bleibt der Regierung nichts anderes übrig, als vollständige Ausgangssperren zu verhängen. Mit schlimmen Folgen. Spaziergänge an der frischen Luft oder die Joggingrunde wären vorerst passé, der Besuch bei seinen Nächsten oder der Familie wäre unmöglich und die Wirtschaft würde noch schwerer belastet als sie es ohnehin schon ist.
Viele beschimpfen diese Unbelehrbaren, die unser ganzes Leben aufs Spiel setzen, als dumm, als Idioten oder als asozial.

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Ich finde, durchaus zurecht.

Doch warum verhalten sich die Menschen so asozial?

Verdrängung

Zum einen findet eine Verdrängung der Gefahr statt. Das Virus lässt sich nicht sehen, nicht riechen, nicht anfassen – und überhaupt gab es in der Geschichte der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg keinerlei Katastrophe, die vergleichbar wäre. So findet eine kollektive Verdrängung statt. Auf das eigene Verhalten angesprochen, bedienen sich viele einem bunten Strauß von der fantasievollsten Ausflüchte und Lügen.
Andere wiederum greifen mit Freuden kolportierte Verschwörungstheorien auf.
Zu allem Unglück sonnen sich bislang unbeachtete, selbsternannte Experten in der öffentlichen Aufmerksamkeit, die ihnen verbreitete Halb- und Unwahrheiten garantieren.

Das Prinzip ist klar: Es wird sich an den Geschichten, Märchen und Unwahrheiten bevorzugt bedient, die die eigene Disziplinlosigkeit entschuldigt.

Selbstsucht

Zum zweiten dominieren Egoismus und Selbstsucht.
Vor allem bei den jüngeren Bevölkerungsschichten. Die, von denen Solidarität gefordert wäre, offenbaren eine schier unbegrenzte Ignoranz. Selbst keine Risikogruppen, interessieren sich viele von ihnen nicht dafür, dass sie selbst zum Wirt und Verbreiter des Virus werden, wenn sie sich anstecken.
Der jahrelange in allen Kanälen gepredigte Hedonismus, dessen höchstes – und einziges – Prinzip das Streben nach Sinnenlust und -genuss ist, in dem das private Glück in der dauerhaften Erfüllung individueller physischer und psychischer Lust gesehen wird, widerstrebt eben genau dann der kollektiven Solidarität, wenn sie notwendig wäre.

Denkweisen, wie „Ich zuerst“, „Ich mach mein Ding und kümmere nicht, was die anderen machen“, „Du bist dein eigener Star“ und so weiter, haben in den Köpfen diese Denke eingepflanzt, die die Generationen vor Ihnen, auch noch die Generation 50 plus, die Generation der Babyboomer oder Best Ager mitbekommen haben.
Nicht nur die Medienöffentlichkeit, auch die Eltern haben diese Lebenseinstellung gepredigt. Während die (privaten) Fernsehstationen diese Denkweisen gesät haben, um ein werbeaffines Umfeld zu bieten, haben viele Eltern schlicht versagt.
So wurden Kinder zuhauf gepudert und in einem Maße umsorgt, sodass schon Kleinkindern die Rolle von Königen zukam, denen alle Wünsche erfüllt wurden. Als Folge steht nun eine tief verankerte Egozentrik dem Denken im sozialen Kontext entgegen.

Im Rückblick auf die Gräueltaten des Dritten Reichs, wurde die Tugend der Disziplin abgewertet und der Individualismus hochgehalten. In normalen Zeiten keine falsche Denkweise. In Zeiten der Krise ein schwerer Ballast.

Misstrauen

Zum dritten herrscht in großen Bevölkerungsteilen ein grundlegendes Misstrauen gegenüber den agierenden Akteuren in der Politik und der Administration. Zu oft wird den öffentlichen Bekanntmachungen misstraut, genährt durch große Bevölkerungsteile, die ihre Wurzeln in Staatsformen haben, in denen das Prinzip „Agitation vor Information“ gilt.
Gezielte Fehlinformationen finden gerade dort statt, wo es keine freiheitliche Demokratie gibt und wo freie Meinungsäußerungen schnell mit Gefängnis oder noch schlimmeren Reaktionen bestraft werden.
Viele Bevölkerungsteile, die das Misstrauen aktiv pflegen – und sich deshalb nicht an die amtlichen Appelle halten – haben ihre Wurzeln in der Türkei, in osteuropäischen Ländern, in Russland oder in der ehemaligen DDR.
Dieses fehlende Vertrauen in die staatlichen Organe übertragen sie unbewusst und manchmal auch bewusst auf unser freiheitliches Gemeinwesen.

Die Brandstifter der AfD, Moskaus fünfte Kolonne, die unser demokratisches System verachten und gezielt mit Gerüchten, mit Falschbehauptungen (Lügen) und Empörungswellen, daran arbeiten, das Land zu destabilisieren.

Dazu kommen viele Frustrierte, die alles und jedes ablehnen. Wer heute einen Blick in die sozialen Medien wirft, findet sie unter jedem Eintrag: Rechtspopulistische Trolle, Bots, die Dauer-Hater und nicht zuletzt die großmäuligen Besserwisser, die weder intellektuell noch charakterlich in der Lage wären, auch nur eine Sekunde die Verantwortung zu tragen, die die heute Handelnden schultern müssen. Dieselben Menschen, die das Corona-Virus noch vor wenigen Tagen als Erfindung böser Mächte, die das Volk knechten wollen, sahen, schreien heute nach Ausgangssperren und einem autoritären Polizeistaat.

Verdummung

Wer nur noch das Fernsehen als Hauptquelle seiner (Un-)Bildung nutzt – und Sendungen wie Big Brother, das Dschungelcamp, den Bachelor oder Shopping Queen feiert -, ist für diesen manipulativen populistischen Unsinn besonders anfällig. Eine flächendeckende Verdummung greift um sich.

Auch hier hat die Generation 50 plus in ihrer Masse versagt, indem sie in den letzten Jahrzehnten immer mehr den privaten Konsum in Bequemlichkeit über eine aktive soziale Beteiligung gestellt und so Streamingdienste wie Netflix, die ihre Zuschauer in realitätsferne Hollywoodwelten entführen, erst ermöglicht hat.

50+ – Wir können es besser!

Dabei können wir Best Ager, 50+-Männer und -Frauen, Silver Surfer und Babyboomer es besser.
Lasst es uns jetzt zeigen, dass wir die Krise meistern und die Gesellschaft wieder zusammenbringen können.

Nicht nur während der Corona-Krise, sondern auch darüber hinaus!

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