Neustart! – Wie Man(n) Sinnlichkeit, Erotik und Intimität neu lernt! #2 – Fortsetzung

Teil 2: Kennst Du deine Vorlieben noch?

Sie coacht Männer und findet in der Sexualität den Schlüssel zu mehr Lebensglück: Julia Wolff.
Hier kommt die Fortsetzung zum Beitrag „“Neustart! – Wie Man(n) Sinnlichkeit, Erotik und Intimität neu lernt! „. Den ersten Teil gibt es hier: Wie Man(n) Sinnlichkeit, Erotik und Intimität neu lernt! – Teil 1

Foto: © Bettina Omerovic
Foto: © Bettina Omerovic
Ich erlebe häufig, dass das nach langer Zeit der Abstinenz gar nicht mehr hinterfragt wird. Wie lange liegt dein letzter erfüllender Sex zurück? Für erstaunlich viele Menschen ist das letzte Mal Jahrzehnte her!

In der Zeit hast du dich in anderen Lebensbereichen weiterentwickelt, bist vielleicht im Job aufgegangen, in Projekten wie der Hausbau oder warst in aufregenden Ländern.
Vermutlich bist auch Du nicht mehr der, der Du mal warst.

Deshalb wird es nun Zeit herauszufinden, was Du gerne magst! Das ist der zweite Schritt!

Was brauchst du, um in eine erotische Stimmung zu kommen?

Einige Männer lieben es, wenn es kleine Rituale oder einen Spannungsaufbau gibt. Sie bereiten gerne etwas vor, organisieren schon ein Hotelzimmer und erfreuen sich an der Vorfreude.
Andere kommen direkt ohne Umschweife zur Sache.
Wie ist das bei Dir?

Welche Praktiken haben dir bislang gefallen?
Welche Kategorien von „Erwachsenenfilmen“ schaust du besonders oft an?
Natürlich geht es da nicht um die Handlung, sondern vielmehr darum, welche Motive sich dahinter verbergen. Geht es um ein Machtgefälle, um Unterwerfung und Dominanz? Oder vielleicht eher um Nähe, Akzeptanz und Intimität?
Welchen Stellenwert hat Sinnlichkeit für dich und wo findest Du deine Sinnlichkeit im Alltag?
Kümmerst Du dich gut um deinen Körper, achtest auf Dich und gefällst Dir so, wie du bist?

Oder erlaubst du dir vielleicht gar nicht, dich mit Sexualität zu beschäftigen?

Hinterfrage deine Überzeugungen!

Wir alle bilden zur Vereinfachung unserer komplexen Umwelt Glaubenssätze, die uns helfen sollen, uns besser zurecht zu finden. In vielen Fällen kann das sehr nützlich sein. Dennoch gibt es aber auch Sätze, die wir uns innerlich sagen, die zu Einschränkungen führen und nicht positiv für uns sind. Sie können sogar abwertend gegen uns selbst oder andere sein.

Sexualität war und ist auch heute noch in vielen Familien ein echtes Tabu -Thema.
Abweichungen von der eigenen Wertevorstellungen werden schnell als „eklig“, „pervers“ oder „abnorm“ dargestellt.

Statt neugierig und mit der Begeisterung eines Forschers an neue Themen heranzugehen, werden manche Dinge kategorisch abgelehnt.
Hier lohnt es sich, dran zu bleiben und zu schauen, was da so „Schlimmes“ daran ist.
Nicht jeder wird immer alles mögen – aber wer Neuem offen begegnet, wird echte Überraschungen erleben. Plötzlich probiert man Dinge, die man vorher nicht mal gesagt hätte.

Lass den Partner aus dem Spiel!

Schiebe nicht deinen Partner vor. Das Problem vieler Beziehungen ist nicht etwa, dass man sich auseinandergelebt hat, sondern viel eher, dass man viel zu nah aneinander dran ist!
Klingt verrückt oder?
Am Anfang einer Beziehung versuchen Paare vor allem über die Gemeinsamkeiten eine Basis zueinander zu schaffen. Gleiche Interessen und Hobbys – Werte- und Lebensmodelle sollen zueinander passen.
Gleich und gleich gesellt sich eben gern.

Was dabei verloren geht, ist die Individualität und damit auch die Spannung. Wir verlernen den anderen als eigenständige Person anzusehen.
Darüber hinaus passiert aber noch etwas Schlimmeres!
Wir verlernen unsere eigenen Bedürfnisse zu sehen und zu kommunizieren. Zu sagen, was wir uns erträumen oder wünschen OHNE es als Appell für den Partner zu formulieren, haben viele Menschen schlichtweg nicht gelernt.

Schon im Elternhaus wurde propagiert: „Wenn du mich liebst, gibst du mir einen Kuss“ oder „Wenn du den Teller schön leer gegessen hast, scheint morgen die Sonne.“
Dabei treten unsere Bedürfnisse hinter den Anforderungen von außen zurück. Und diesen – sorry – Bullshit!- übertragen wir dann in unsere eigenen Beziehungen. Reflektiere selbst einmal, wann du Bedingungen an deine Liebe oder Fürsorge knüpfst!

Der 3. und letzte Schritt, den ich dir für mehr Intimität in der Partnerschaft empfehlen möchte, ist, rede mit deiner besseren Hälfte wertschätzend und interessiert! 

Hast du sowas auch schon mal gehört: Da trennt sich ein Paar, das vorher keinen Sex hatte, weil die Frau nicht mehr wollte und kaum sind sie auseinander, da sieht man sie mit ihrem neuen Freund nur noch knutschen, kuscheln und fummeln? Unglaublich wie locker die Frau in der neuen Konstellation sein kann.
Da glauben wir doch unseren Partner nach 20 Jahren Ehe in- und auswendig zu kennen und dann sowas.

Auch dein Partner kennt dich nicht zu 100 Prozent. Erstens weil du dich selbst gar nicht immer kennst und auch mal überrascht bist, was da in dir schlummert. Zweitens weil du aus Angst und Scham nicht alles preisgeben wirst. Wer möchte schon, dass die anderen (wer auch immer das ist) eine schlechte Meinung von dir hat!
Die meisten Paare bereden nur noch belanglose Dinge miteinander. Wer holt noch Brot oder was gibt es Neues in der Nachbarschaft.

Foto: © Bettina Omerovic
Foto: © Bettina Omerovic

Wann hast Du dich mit deiner Partnerin das letzte Mal so richtig unterhalten?

Hier eine kleine Übung für euch, die sehr erhellend sein kann und bei stetiger Anwendung wieder mehr Nähe zueinander schafft.

Übung:

Setzt euch am besten gegenüber und seht euch an. Das kann erstmal ganz schön ungewohnt sein.
Lasst euch aber dennoch mal darauf ein. Jeder bekommt 15 Minuten Redezeit.

Das Thema:
Ich erzähle dir, wie ich mich gerade fühle, was mich bewegt und wie ich dich und mein Leben erlebe.

Der andere hört nur zu. Keine Kommentare und nein, auch kein Schnauben oder laut Pusten ist erlaubt. Vielmehr ist es wichtig, dass du deinem Partner offen und mit Neugier begegnest.
Löse dich von der Idee, du wüsstest alles über sie und sie alles über dich.

Nach Ablauf der Zeit tauscht ihr.
Es gelten dieselben Regeln. Verboten sind „Du – Botschaften“ wie zum Beispiel: Weil du immer so viel rumliegen lässt, habe ich keine Lust mehr mit dir zu kuscheln.“ oder auch Vorwürfe. Unterstellungen und Gedankenlesen sind ebenso rauszulassen.

Ich empfehle euch, mindestens jeder 2x in jeder Rolle zu sein.

Nach der Übung wird erstmal nicht mehr über das Gesagte gesprochen.

Übrigens, da Du die Verantwortung trägst, ist es klar, dass Du als Redner die Übung terminierst, erklärst und als Redner beginnst!

Und was hat das mit Intimität zu tun?

Diese Übung hat richtig Kraft auch wenn sie so simpel wirkt.
Ihr lernt euch als einzelner Mensch wahrzunehmen und Bedürfnisse offen zu besprechen.
Wichtig ist hier, dass ihr NICHTS vom anderen erwartet. Was immer der Partner danach geben möchte oder auch nicht basiert auf FREIWILLIGKEIT!

So entsteht wieder mehr Zwischenraum bei euch, in dem Nähe und Intimität Platz finden!

Schreibt mir, wenn Ihr mehr wissen wollt!

Liebe Grüße

Eure Julia

von Wolff Men Coaching


Bleib dran!
In den nächsten Folgen der Serie beschäftigt sich Julia mit Themen wie Swingerclubs, Liebe zu Dritt und vielen anderen spannenden Themen.

Julia Wolff - Foto: © Bettina Omerovic

Die Autorin:


Julia Wolff hat sich dem Coaching von Männern verschrieben und hat darin ihre Berufung gefunden.

Das Thema Sexualität bildet für sie einen wichtigen Beitrag zur Lösung individueller Problemstellungen.

In ihren Coachings thematisiert sie deshalb unter anderem das Schärfen des erotischen Profils, Liebe und Partnerschaft, das Leben in offenen Beziehungen, Rollenverständnis und Kommunikation. Dabei sind Vertraulichkeit und Diskretion für sie stets selbstverständlich.

Wolff wirkt in ihrer Praxis im östlichen Umland von Berlin. Für Interessenten, die nicht aus der Nähe von Berlin kommen, bietet sie auch Online-Coachings via Zoom oder Telefon an.

Als ausgebildeter NLP Master Coach (DVNLP) arbeitet sie unter anderem mit Techniken aus dem NLP, mit systemischer Figurenaufstellungen, dem Sozialen Panorama und einem eigens entwickelten Verfahren, das das erotische Profil aus dem Unterbewusstsein ins Bewusste bringt.

Im Internet ist sie hier zu finden: Wolff Men Coaching



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